Wie funktioniert ein Airbag? Einfach erklärt


Par Airbag24
4 min de lecture

Wie funktioniert ein Airbag?

Ein Airbag ist ein mit Gas gefüllter Luftsack, der sich bei einem Unfall innerhalb von 30 Millisekunden entfaltet und den Aufprall der Insassen abfedert. Crashsensoren erkennen den Aufprall, das Steuergerät wertet die Daten aus und zündet den Gasgenerator – eine kontrollierte chemische Reaktion füllt den Luftsack in Bruchteilen einer Sekunde.

Der Airbag gehört zusammen mit dem Sicherheitsgurt zum passiven Sicherheitssystem des Fahrzeugs. Beide Systeme sind aufeinander abgestimmt: Der Gurt hält den Insassen in Position, während der Airbag den Aufprall auf Lenkrad, Armaturenbrett oder Seitenstruktur abfedert. Ohne angelegten Gurt kann der Airbag seine Schutzwirkung nicht optimal entfalten.

Aufbau eines Airbags

Ein Airbag-System besteht aus vier Hauptkomponenten: dem Luftsack (Nylon-Gewebe), dem Gasgenerator (erzeugt das Füllgas), dem Steuergerät (Elektronik-Zentrale) und den Crashsensoren (erkennen den Aufprall). Alle Teile arbeiten in perfektem Zusammenspiel.

Komponente Funktion Position im Fahrzeug
Luftsack Fängt den Insassen bei Aufprall auf Lenkrad, Armaturenbrett, Seitenverkleidung, Dachrahmen
Gasgenerator Erzeugt Stickstoff zum Befüllen des Luftsacks Hinter dem Luftsack im Modul verbaut
Airbag-Steuergerät Wertet Sensordaten aus, löst Airbag aus Unter der Mittelkonsole (zentral)
Crashsensoren Messen Verzögerung/Beschleunigung bei Aufprall Front, Seiten, teilweise Heck
Wickelfeder Elektrische Verbindung zum Lenkrad-Airbag Zwischen Lenksäule und Lenkrad
Gurtstraffer Strafft den Gurt bei Aufprall blitzschnell Im Gurtschloss oder Gurtaufroller

Schritt für Schritt: So löst der Airbag aus

Die Auslösung eines Airbags dauert nur etwa 30-50 Millisekunden – vom Aufprall bis zum vollständig entfalteten Luftsack. Das Steuergerät entscheidet anhand der Sensordaten in weniger als 10 Millisekunden, ob und welche Airbags gezündet werden müssen.

  1. Aufprall (0 ms): Das Fahrzeug trifft auf ein Hindernis, die Crashsensoren messen eine starke Verzögerung
  2. Signalverarbeitung (5-10 ms): Das Steuergerät vergleicht die Sensordaten mit gespeicherten Crash-Mustern und bestimmt die Unfallschwere
  3. Auslöse-Entscheidung (10 ms): Bei ausreichender Crash-Schwere sendet das Steuergerät den Zündstrom an den Gasgenerator
  4. Zündung (10-15 ms): Die Zündpille entzündet die Treibladung (Natriumazid), Gas entsteht durch chemische Reaktion
  5. Entfaltung (15-30 ms): Stickstoff strömt in den Luftsack, die Abdeckkappe bricht an Sollbruchstellen auf
  6. Volle Entfaltung (30 ms): Der Airbag ist vollständig aufgeblasen und fängt den Insassen auf
  7. Entlüftung (50-100 ms): Der Luftsack lässt kontrolliert Gas ab und fällt zusammen

Warum entlüftet der Airbag so schnell wieder?

Nach etwa 100 Millisekunden ist der Luftsack bereits wieder zusammengefallen. Das hat zwei Gründe: Erstens soll der Insasse nicht zwischen Airbag und Sitz eingeklemmt werden. Zweitens müssen Rettungskräfte nach dem Unfall ungehinderten Zugang zu den Insassen haben.

Der Gasgenerator: Das Herzstück

Der Gasgenerator enthält eine Treibladung aus Natriumazid-Tabletten und eine elektrische Zündpille. Bei Auslösung erhitzt ein Stromimpuls einen dünnen Draht in der Zündpille, der die Treibladung entzündet. Das entstehende Gas (Stickstoff) wird gefiltert und gekühlt in den Luftsack geleitet.

Gasgenerator-Typ Funktionsweise Einsatz
Pyrotechnisch Feststoff-Treibladung (Natriumazid) wird gezündet Klassisch, weit verbreitet
Hybrid Komprimiertes Gas + kleine Treibladung als Auslöser Modern, gleichmäßigere Befüllung
Kaltgas Nur komprimiertes Gas, mechanische Auslösung Selten, z.B. Knie-Airbags

Welche Airbag-Arten gibt es?

Moderne Fahrzeuge haben bis zu 12 verschiedene Airbags: Fahrer- und Beifahrer-Frontairbags, Seitenairbags, Kopf-/Vorhangairbags, Knieairbags und teilweise auch Fond- und Mittelairbags. Jeder Airbag ist auf seine Position und den zu schützenden Körperbereich optimiert.

Airbag-Typ Position Schutzbereich
Fahrerairbag Im Lenkrad Kopf und Oberkörper des Fahrers
Beifahrerairbag Im Armaturenbrett Kopf und Oberkörper des Beifahrers
Seitenairbag In Sitzlehne oder Türverkleidung Brustkorb und Becken
Kopf-/Vorhangairbag Im Dachrahmen Kopf bei Seitenaufprall
Knieairbag Unter dem Armaturenbrett Knie und Unterschenkel
Mittelairbag Zwischen den Vordersitzen Verhindert Zusammenprall der Insassen

Was passiert nach der Auslösung?

Nach einer Airbag-Auslösung müssen alle ausgelösten Airbags, Gurtstraffer und in vielen Fällen auch das Steuergerät ersetzt oder repariert werden. Das Steuergerät speichert Crash-Daten und sperrt sich – diese Daten müssen vor der Weiternutzung professionell gelöscht werden.

  • Ausgelöste Airbags: Müssen komplett ersetzt werden (kein Reset möglich)
  • Gurtstraffer: Ebenfalls einmalig – müssen getauscht werden
  • Steuergerät: Speichert Crash-Daten im EEPROM, muss repariert werden
  • Crashsensoren: Im Aufprallbereich oft beschädigt, müssen geprüft werden
  • Verkleidungen: Abdeckkappen an Lenkrad/Armaturenbrett sind gebrochen

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Nach einem Unfall mit Airbag-Auslösung speichert das Steuergerät Crash-Daten und muss repariert werden. Airbag24 löscht die Crash-Daten professionell und setzt das Steuergerät zurück – für alle Marken und Modelle, TÜV-sicher und mit über 20 Jahren Erfahrung.

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Häufige Fragen zur Airbag-Funktion

Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Funktionsweise des Airbags.

Löst der Airbag bei jedem Unfall aus?

Nein, der Airbag löst nur bei ausreichender Unfallschwere aus. Das Steuergerät vergleicht die Sensordaten mit gespeicherten Crash-Mustern und entscheidet individuell. Bei leichten Auffahrunfällen oder Parkremplern löst kein Airbag aus – die Verzögerungskräfte sind zu gering.

Kann ein Airbag auch ohne Unfall auslösen?

Bei einem intakten System ist eine Fehlauslösung extrem unwahrscheinlich. Nur bei fehlerhaften Gasgeneratoren (wie im Takata-Rückruf) oder bei massiven Elektronikdefekten kann es theoretisch zu einer unbeabsichtigten Auslösung kommen. Deshalb sind regelmäßige Überprüfungen und die Teilnahme an Rückrufaktionen wichtig.

Funktioniert der Airbag auch bei ausgeschalteter Zündung?

Nein, bei ausgeschalteter Zündung ist das Airbag-System nicht aktiv. Allerdings verfügt das Steuergerät über eine Energiereserve (Kondensatoren), die den Airbag auch dann noch auslösen kann, wenn die Batterie beim Aufprall beschädigt wird – aber nur bei eingeschalteter Zündung.

Wie gefährlich ist ein ausgelöster Airbag?

Die Entfaltung eines Airbags erfolgt mit hoher Geschwindigkeit und Kraft. Bei korrektem Sitzabstand (mindestens 25 cm zum Lenkrad) schützt der Airbag zuverlässig. Zu geringer Abstand, eine falsche Sitzposition oder nicht angelegte Gurte können jedoch zu Verletzungen durch den Airbag selbst führen.


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